
Château de Planquery
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B&B Normandie
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Wikinger-Erbe. Normannische Seele.
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Keine Schlosskulisse. Wehrtürme mit Wikingerwurzeln.

© womofahrer-nordhessen
Liebe Gäste,
schön, dass Sie den Weg hierher gefunden haben!
Wir sind Astrid und Günter Kaiser — zwei Rheinländer, die irgendwann aufgehört haben, die Normandie nur zu besuchen.
Seit 2020 leben wir hier, in einem Wikinger-Turm aus dem 9. Jahrhundert, und geben gerne weiter, was wir auf Reisen in aller Welt an Gastfreundschaft erfahren haben.
Bei uns wird deutsch, französisch, englisch
und spanisch gesprochen.
Schauen Sie sich um — und melden Sie sich,
wenn Sie Fragen haben.

***Das Château***
Zwei Türme, über tausend Jahre alt, Wikinger-Ursprung.
Das Château de Planquery liegt im Herzen des Calvados — nah an
Bayeux, nah an den D-Day-Stränden, weit weg vom Trubel.
Die Gäste bewohnen den linken Turm, wir den rechten. Eine Aufteilung, die sich bewährt hat.
Im Gästeturm befinden sich zwei individuell gestaltete Zimmer, jedes mit eigenem modernen Badezimmer, sowie ein Salon und eine kleine Küche.
Wir kennen die Region gut. Restaurantempfehlungen, Geheimtipps,
tausend Jahre Hausgeschichte — wir teilen alles gerne.

***Die Region***
Der Calvados ist reich an touristischen Sehenswürdigkeiten, die die Vielfalt und Schönheit der Region widerspiegeln. Zu den bekanntesten gehören die historische Stadt Bayeux mit ihrem berühmten Wandteppich, der ein UNESCO-Welterbe ist, und die beeindruckenden Strände der Landung in der Normandie, darunter Omaha Beach und Juno Beach, oder auch das Städtchen Sainte-Mère-Église. Orte, die eine wichtige Rolle in der Geschichte des D-Day spielen. Hier wurde der Zweite Weltkrieg entschieden.
Direkt in der Nachbarschaft liegt Balleroy, das für sein beeindruckendes Schloss aus dem 17. Jahrhundert bekannt ist, das von dem Architekten François Mansart entworfen wurde und das als Vorbild für viele Loire-Schlösser gilt.
Das charmante Dorf Beuvron-en-Auge lädt mit seinen hübschen Fachwerkhäusern und Kopfsteinpflasterstraßen zum Bummeln ein, während das mittelalterliche Städtchen Honfleur mit seinem malerischen Hafen und den kunstvollen Galerien Besucher aus aller Welt anzieht.
Naturliebhaber können den Naturpark Marais du Cotentin et du Bessin erkunden, ein Paradies für Vogelbeobachter und Naturliebhaber, oder wandern Sie in der normannischen Schweiz, einer malerischen Region, die durch ihre steilen Klippen, tiefen Täler und bewaldeten Hügel bekannt ist.
Unvergesslich ist ein Besuch des Mont Saint Michel, einer spektakulären mittelalterlichen Abtei, die auf einem felsigen Inselberg in der Normandie thront und von einer atemberaubenden Bucht umgeben ist. Der Mont-Saint-Michel und seine Bucht gehören seit 1979 zum „UNESCO Kulturerbe der Menschheit“. Seine Bucht ist Schauplatz der stärksten Gezeiten Europas.
Und natürlich darf man nicht den berühmten Apfelbrand Calvados vergessen, der in zahlreichen Destillerien der Region verkostet werden kann.
Fahrtzeiten:
Bayeux 15 Minuten
Omaha Beach 30 Minuten
Sainte-Mère-Église 45 Minuten
Mont Saint Michel 60 Minuten

***Die Geschichte***
Wer durch die Normandie reist, begegnet der Vergangenheit auf Schritt und Tritt. Alte Kirchen, verwitterte Mauern und stattliche Herrenhäuser erzählen von Römern und Wikingern, Rittern und Grafen – und natürlich von den bewegten Ereignissen des Zweiten Weltkriegs. Auch das Château de Planquery hat im Laufe der Jahrhunderte einiges erlebt.
Von Römern und Wikingern
Wahrscheinlich war Planquery bereits in gallorömischer Zeit besiedelt. Auch der Name des Ortes erzählt von seiner frühen Geschichte: Er geht vermutlich auf einen Holzsteg oder eine Plankenbrücke zurück, die einst über den Bach führte.
Seit dem 9. Jahrhundert ließen sich Wikinger in der Normandie nieder. Sie bauten zunächst hölzerne Langhäuser und später befestigte Wohn- und Verteidigungstürme.
Die beiden heute noch erhaltenen Türme gehen vermutlich auf eine solche frühe Anlage zurück. Ihr ursprünglicher Eingang lag im ersten Stock und war wahrscheinlich nur über eine Leiter oder eine hölzerne Treppe erreichbar. Bei Gefahr konnte diese eingezogen werden. In einem unserer Türme ist dieser alte Hocheingang noch heute zu sehen – inzwischen führt er vom Rosenzimmer in das dazugehörige Badezimmer.
Ritter, Adelige und englische Besatzer
Im Jahr 911 entstand unter dem Wikingerführer Rollo das Herzogtum Normandie. Aus den einstigen Wikingern wurden innerhalb weniger Generationen die Normannen.
Bereits im 11. Jahrhundert gehörte die Herrschaft Planquery der bedeutenden normannischen Familie BACON. Guillaume BACON zog 1066 gemeinsam mit Wilhelm dem Eroberer nach England und nahm an der Schlacht von Hastings teil.
Auch die Tempelritter hinterließen ihre Spuren: Im heutigen Ortsteil Baugy entstand im 12. Jahrhundert eine Kommende mit einer Kapelle, deren Überreste noch immer erhalten sind.
Im Jahr 1344 nahm die Geschichte der Familie BACON eine dramatische Wendung: Ein späterer Guillaume BACON unterstützte den rebellierenden normannischen Adeligen Geoffroy D’HARCOURT, der sich gegen König Philipp VI. erhoben hatte. Unter dem Vorwurf des Hochverrats und geheimer Verbindungen zum englischen König wurde Guillaume in Paris enthauptet. Seine Güter wurden von der Krone eingezogen.
Während des Hundertjährigen Krieges wurde die Burg von Planquery 1418 von den Engländern eingenommen. König Heinrich V. übergab sie dem Ritter Sir John POPHAM, dem damaligen Statthalter von Bayeux und Caen.
Von Verteidigungstürmen zu Wohnräumen
Nach dem Ende des Hundertjährigen Krieges wechselte das Anwesen mehrfach durch Erbschaft und Heirat den Besitzer.
Im 16. Jahrhundert entstand auf den Ruinen der früheren Burg ein neues Schloss, vermutlich unter Jean D’ESPINAY.
Dabei wurden auch die beiden alten Verteidigungstürme in die neue Anlage einbezogen und nach und nach zu Wohntürmen ausgebaut. Im 17. Jahrhundert kamen das Treppenhaus und weitere Wohnräume hinzu. Größere Fenster wurden in die mächtigen Mauern gebrochen und auf jeder Etage Kamine eingebaut.
So wurden aus den einst wehrhaften Türmen allmählich deutlich komfortablere Wohngebäude. Die erhaltenen Schießscharten und der alte Hocheingang erinnern jedoch bis heute an ihre ursprüngliche Aufgabe.
Die Grafen von Planquery
Später gelangte Planquery an die Familie RONCHEROLLES, eines der bedeutendsten Adelsgeschlechter der Normandie. Das jeweilige Familienoberhaupt trug fortan den Titel „Graf von Planquery“.
Viele Mitglieder der Familie fanden ihre letzte Ruhestätte in der Kirche Saint-André von Planquery. Die Kirche selbst wurde von Guillaume BACON nach dessen Rückkehr von einem Kreuzzug erbaut. Ihr Chor stammt aus dem ausgehenden 12. oder beginnenden 13. Jahrhundert.
Wie und warum das im 16. Jahrhundert errichtete Schloss später weitgehend verschwand, ist heute nicht mehr genau bekannt. Einer Überlieferung zufolge war die Anlage gegen Ende des 18. Jahrhunderts bereits größtenteils verfallen oder abgetragen. Erhalten blieben nur die beiden ehemaligen Pavillons – unsere heutigen Türme.
Die Französische Revolution
Ob der endgültige Niedergang des Schlosses mit der Französischen Revolution zusammenhing, lässt sich heute nicht mehr feststellen. Möglicherweise war die Anlage schon vorher aufgegeben worden; vielleicht beschleunigten die politischen und wirtschaftlichen Umwälzungen jener Jahre aber auch ihren Verfall oder Abbruch.
Mit der Abschaffung der Feudalrechte endete jedenfalls die jahrhundertealte Stellung der Familie RONCHEROLLES als Herren und Grafen von Planquery. Einen Beleg dafür, dass das Château beschlagnahmt, als Nationalgut verkauft oder während der Revolution gewaltsam zerstört wurde, gibt es bislang jedoch nicht. Die Familie blieb noch bis 1811 mit dem Anwesen verbunden. Danach wurde es an Augustin DU FAYEL verkauft, einen Verwandten des letzten Grafen.
Eine kleine, aber besonders eindrucksvolle Spur jener Zeit ist bis heute erhalten: Am alten Backhaus findet sich eine französische Lilie mit der Jahreszahl 1793. In einem Jahr, in dem König Ludwig XVI. hingerichtet und königliche Zeichen vielerorts beseitigt wurden, war sie vermutlich ein heimliches – und durchaus mutiges – Bekenntnis zur Monarchie.
Planquery im Zweiten Weltkrieg
Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Château von deutschen Soldaten besetzt. Hier war ein Bataillon der 352. Infanterie-Division untergebracht.
Bei einem britischen Luftangriff auf einen in der Nähe abgestellten Munitionswagen wurde einer der Türme schwer beschädigt. Nach der Landung der Alliierten im Juni 1944 kam es in der Umgebung zu heftigen Kämpfen mit amerikanischen Truppen. Schließlich zogen sich die deutschen Soldaten zurück.
So wurde Planquery, nur wenige Kilometer von den Landungsstränden entfernt, noch einmal Teil eines Ereignisses, das die Geschichte Europas veränderte.
Ein Haus mit vielen Geschichten
Nach dem Krieg wechselte das Alte Herrenhaus erneut den Besitzer. Ab 1996 wurden die historischen Gebäude umfassend renoviert und durch einen modernen Anbau ergänzt.
Seit 2020 gehört das Château de Planquery uns, Astrid und Günter Kaiser. Heute ist es kein Sitz von Rittern und Grafen mehr, sondern ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, zur Ruhe kommen und für ein paar Tage selbst Teil seiner Geschichte werden.
Und manchmal scheint sich hier sogar ein Kreis zu schließen: Der heutige Bürgermeister von Planquery heißt David BACON – genau wie jenes normannische Adelsgeschlecht, das vor fast tausend Jahren zu den ersten Herren von Planquery gehörte. Ob tatsächlich eine verwandtschaftliche Verbindung besteht, wissen wir nicht. Doch der Name schlägt auf besonders schöne Weise eine Brücke zu den Ursprüngen des Ortes.
Nicht jedes Geheimnis von Planquery ist gelöst, und nicht jede alte Erzählung lässt sich beweisen. Vielleicht macht aber gerade das den besonderen Zauber dieses Ortes aus: Zwischen den alten Mauern, den Schießscharten und den beiden Türmen ist die Vergangenheit noch immer ein wenig spürbar.
***Die Eigentümer***
































