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Das Buch
Fast nichts passiert in Planquery
Geschichten von Gästen und Geistern
Ein Château in der Normandie erzählt.
Von Gästen, die kommen und wieder gehen.
Von Hunden, die den Alltag regeln.
Von Geistern, die sich nicht einmischen — meistens.
Nichts wird erklärt, nichts gelöst,
fast alles beobachtet.
Das Buch ist bei uns im Haus erhältlich.
ISBN: 978-3-565364-52-7
Ein Abend in Planquery
Gegen Abend verändert sich das Haus.
Nicht plötzlich, nicht dramatisch – eher so, als würde es einen anderen Atem annehmen.
Tagsüber ist das Château offen, hell, voller Bewegung. Türen gehen auf und zu, Schritte auf den alten Böden, Stimmen im Garten. Irgendwo klappert Geschirr, irgendwo wird gelacht, manchmal ruft jemand nach einem Hund, der längst beschlossen hat, dass genau jetzt nicht der richtige Moment zum Kommen ist.
Aber am frühen Abend, wenn das Licht weicher wird und die Schatten länger, beginnt Planquery leiser zu werden.
Die Gäste sind angekommen. Koffer stehen in den Zimmern, Schuhe liegen irgendwo, wo sie später nicht mehr gesucht werden. Manche sitzen noch draußen, andere haben sich schon in ihre Türme zurückgezogen.
Der Garten atmet aus. Selbst die Vögel scheinen sich neu zu sortieren.
Dann gibt es diesen Moment – schwer zu benennen, aber immer da –, in dem das Haus sich sammelt.
Die Dielen knacken ein wenig anders als tagsüber. Nicht lauter, eher entschlossener. Als müssten sie noch einmal kurz daran erinnern, dass sie hier schon sehr lange liegen und genau wissen, was sie tun. Ein Fenster schließt sich irgendwo, obwohl niemand bewusst danach gegriffen hat.
Im Salon steht das Licht noch nicht ganz fest. Es ist diese Übergangszeit, in der eingeschaltet werden, obwohl draußen noch Resthelligkeit ist. Das warme Licht vermischt sich mit dem kühlen Blau des Abends, und für einen Moment sieht alles ein wenig unwirklich aus, wie in einem alten Film.
Die Hunde haben längst entschieden, wo sie sein möchten. Einer liegt ausgestreckt an einem Ort, an dem man ihn garantiert übersehen wird, ein anderer hat sich so positioniert, dass er alles im Blick hat, ohne den Kopf heben zu müssen. Der dritte wirkt, als sei er zufällig hier – was bei ihm grundsätzlich nie der Fall ist.
Wer zum ersten Mal hier ist, bemerkt vielleicht nicht sofort, dass Planquery abends anders ist. Aber irgendetwas fühlt sich verändert an. Gespräche werden langsamer. Schritte vorsichtiger. Man setzt sich ein bisschen bewusster hin.
Planquery ist kein Haus, das Geschichten erzählt, wenn man danach fragt. Es erzählt sie nur dann, wenn man bereit ist zuzuhören.
Am nächsten Morgen spricht kaum jemand darüber. Aber beim Frühstück gibt es diesen Blick. Dieses kurze Zögern, bevor jemand sagt:
„Es ist ein besonderes Haus.“
Wenn Sie neugierig geworden sind: Weitere Geschichten aus Planquery finden Sie in unserem Buch, das bei uns im Haus oder im Buchhandel erhältlich ist.



