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Ein Château hat viel zu erzählen

Autorenbild: Astrid Kaiser
Astrid Kaiser
vor 3 Stunden
2 Min. Lesezeit

Manche Häuser sind einfach nur alt. Andere haben Geschichte. Und dann gibt es Häuser, bei denen man gelegentlich den Eindruck bekommt, sie hätten selbst einiges zu erzählen – wenn man ihnen nur lange genug zuhört. Das Château de Planquery gehört vermutlich zur dritten Kategorie.

Mitten in der normannischen Landschaft, unweit von Bayeux, steht unser altes Château. Seine Ursprünge reichen bis ins 9. Jahrhundert zurück. Seither hat es einiges erlebt: wechselnde Bewohner, unruhige Zeiten, Umbauten und vermutlich mehr menschliche Dramen, als seine dicken Mauern jemals preisgeben werden.

Heute leben hier zwei Menschen und vier Hunde. Dazu kommen Gäste aus aller Welt, Freunde und Nachbarn, Handwerker, Gartenhelfer und immer wieder Menschen, die einfach neugierig sind und einen Blick auf das alte Château werfen möchten. Und natürlich die Geister. Denn ein Haus, dessen Geschichte über tausend Jahre zurückreicht, kommt kaum ohne sie aus. Sie haben ihre ganz eigenen Vorstellungen davon, wie man uns unterstützen könnte, und legen uns dabei gelegentlich auch Steine in den Weg. Vermutlich in bester Absicht. Ihre Hilfsbereitschaft ist jedenfalls ebenso ausgeprägt wie ihre Kreativität – nur über das Ergebnis sind wir uns nicht immer einig.

Aber Planquery besteht natürlich nicht nur aus unserem Château.

Da ist das Dorf mit seiner eigenen Geschichte. Da sind alte Wege, verschwundene Gebäude und Erinnerungen an eine Zeit, in der hier sogar noch Eisenbahnzüge hielten. Heute beschränkt sich der öffentliche Nahverkehr auf einen Schulbus, der morgens um sieben und nachmittags um fünf fährt. Immerhin dürfen auch Erwachsene mitfahren. Vorausgesetzt, sie haben ihre Tagesplanung entsprechend großzügig angelegt.

Und da ist die Normandie selbst, deren Geschichte an jeder Ecke sichtbar wird – manchmal in großen Denkmälern, manchmal in einem unscheinbaren Mauerrest oder einem Namen, dessen Bedeutung längst vergessen scheint.

In diesem Blog möchte ich davon erzählen. Von tatsächlichen Begebenheiten, historischen Entdeckungen, kleinen Abenteuern und dem Leben zwischen jahrhundertealten Mauern. Von Menschen, die hier lebten und leben, von Landschaften, die sich verändert haben, und von einem Dorf, das mehr Geschichten besitzt, als seine heutige Größe vermuten lässt.

Und natürlich werden gelegentlich auch unsere Geister zu Wort kommen. Schließlich kennen sie das Haus länger als wir und dürften zu mancher historischen Darstellung ihre ganz eigene Meinung haben. Ob ihre Erinnerungen immer zuverlässig sind, bleibt abzuwarten.

Willkommen bei „Neues aus alten Mauern“.

Die Geschichten gehen uns so schnell nicht aus. Und falls doch, fragen wir die Geister.

 
 
 

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